Fördern und dosieren sind unterschiedliche Aufgaben
Ein Förderer erhält einen vorgelagert geregelten Materialstrom. Eine Austragsschnecke unter einem Behälter kann dagegen einen ständig vollständig gefüllten Einlauf haben. Dies beeinflusst Einlaufgestaltung und Anfahrmoment. Geben Sie an, ob Material transportiert, aus einem Speicher ausgetragen oder einer Waage zugeführt werden soll.
Die Drehzahl verändert die volumetrische Förderung, misst aber keine Kilogramm. Veränderte Schüttdichte oder Einlauffüllung können bei gleicher Drehzahl einen anderen Massenstrom ergeben. Für ein bestimmtes Chargengewicht müssen Dosierung, Waage und Abschaltablauf zusammenpassen.
Den gewünschten Massenstrom richtig einordnen
Erfassen Sie Normal- und Spitzenleistung, Betriebsstunden, Schüttdichte, größte Partikel, Feuchte und Temperatur. Verwenden Sie die Schüttdichte im tatsächlichen Förderzustand, nicht die Dichte der einzelnen Feststoffpartikel. Abrasivität, Anhaftungen und Chargenschwankungen sind ebenfalls relevant.
Den Förderweg vor dem Motor festlegen
Messen Sie Einlauf-Auslauf-Abstand, Höhendifferenz und Neigung. Mit zunehmender Neigung kann Material zurückfallen und die nutzbare Förderleistung sinken. Ein gefüllter Anlauf kann mehr Drehmoment als der stationäre Betrieb erfordern. Ein größerer Motor behebt weder einen verengten Auslauf noch eine ungeeignete Einlaufgestaltung.

Die Bauform zum Material passend auswählen
Zementschneckenförderer
Rohrbauform für die Prüfung eines trockenen Zementtransfers aus dem Silo. Neigung, Strecke, Einlaufbedingungen und Förderleistung bestätigen.
Trogschneckenförderer
Abnehmbare Trogdeckel erleichtern Inspektion und Wartung. Abdichtung, Auflager und Platz zum Ausbau der Bauteile berücksichtigen.
Edelstahl-Schneckenförderer
Werkstoffverträglichkeit, Oberfläche, Dichtungen und Reinigbarkeit gemeinsam beurteilen. Edelstahl allein belegt keine Lebensmittelkontakttauglichkeit.
Wellenloser Schneckenförderer
Für geeignete klebrige oder faserige Stoffe prüfen, bei denen eine Mittelwelle den Fluss behindern könnte. Auskleidungsverschleiß, Partikel und Antrieb bleiben auszulegen.
Wenn die vorhandene Schnecke Probleme macht
- Zu wenig Durchsatz: gleichmäßige Einlaufversorgung und Aufnahmefähigkeit am Auslauf prüfen.
- Wiederholte Abschaltungen: festhalten, ob sie beim Anfahren oder im Betrieb auftreten; Materialzustand und Antriebswerte dokumentieren.
- Schwankende Chargengewichte: Wägesignal, Dosierstufen und nach dem Abschalten nachfallendes Material prüfen.
Innenteile erst nach Stillsetzen und sicherer Energieisolierung gemäß betrieblichem Freischaltverfahren inspizieren.
Die Auswahl auf Ihre Branche übertragen
Zement und Baustoffe
Siloauslauf, geneigten Förderweg und aufnehmenden Wiegebehälter definieren.
Bergbau und Mineralien
Korngröße und Abrasivität angeben; Verschleißteile und Wartungszugang prüfen.
Lebensmittel und Getränke
Lebensmittelkontakt, Reinigung und Allergenwechsel spezifizieren.
Landwirtschaft und Futtermittel
Zulässigen Kornbruch, Feuchte und Rezepturwechsel beschreiben.
Chemie
Verträglichkeit, Temperatur und Staubgefährdungen angeben.
Kunststoffe
Granulat, Pulver und Mahlgut unterscheiden; Verunreinigungsgrenzen festlegen.
Recycling
Fasern, Feuchte und wechselnde Korngrößen vor der Auswahl erfassen.
Bei möglicher explosionsfähiger Atmosphäre sind die bewertete Zone und Stoffdaten anzugeben, damit die erforderliche Ausführung bestimmt werden kann.
Für ein Angebot
Eine Auslegungsanfrage vorbereiten
Senden Sie Materialprobe oder Datenblatt, Normal- und Spitzenleistung, Schüttdichte, Streckenmaße, Anschlussgrößen und Betriebszyklus. Ergänzen Sie eine Aufstellungsskizze oder ein Anlagenfoto. Bei Verwiegung: Chargengröße, Zykluszeit und erforderliche Toleranz nennen.
Der Schneckenförderer-Kapazitätsrechner dient einem ersten Vergleich. Übermitteln Sie Annahmen und Warnhinweise mit; er ersetzt keine mechanische Auslegung oder Antriebsauswahl.
Ergänzen Sie Neigung, Stromversorgung sowie Anforderungen an Materialkontakt, Reinigung und Abdichtung. Bei vorhandenen Anlagen bitte Typenschild, tatsächliche Leistung und Bedingungen der Leistungsschwankung angeben. Für Wägeaufgaben hilft der Vergleich volumetrischer und gravimetrischer Dosierung. Für Komponenten sind Bauteilmaße erforderlich; siehe Schneckenförderer-Ersatzteile und Trogschnecken-Ersatzteile. Gesamtabmessungen allein identifizieren das passende Bauteil nicht immer.



